Hier wollen wir Euch von Menschen erzählen, die funktionelle Fitness nutzen, um sich für ihre Hauptsportart fit zu halten. Von Menschen, die fit für ihren Job sein müssen. Von Müttern, die während der Schwangerschaft weiter trainieren und nach der Geburt wieder ins Training einsteigen wollen. Und von Menschen, die mit Erkrankungen zu kämpfen haben und dank Sport besser mit den Symptomen zurechtkommen.

Heute berichtet Christina über ihre persönlichen Erfahrungen mit CrossFit in der Schwangerschaft & den Wiedereinstieg nach der Geburt – und wie Training ihren Alltag verändert.

ÜBER CHRISTINA

  • Alter: 35
  • Familie: Mutter einer knapp 2-jährigen Tochter; aktuell in der 40. SSW mit Kind Nr. 2
  • Sporthintergrund: 9 Jahre CrossFit; außerdem Joggen, Tennis, Radfahren
  • Box: CrossFit 40477

DAS INTERVIEW

Wer bist Du, wie alt ist Dein Kind/sind Deine Kinder – und welche Sporterfahrung hattest Du vor der Schwangerschaft (den Schwangerschaften)?

Christina Brausen, 35 Jahre alt und Mutter einer knapp 2 - jährigen Tochter + in der 40. Schwangerschaftswoche mit Kind Nr. 2. Ich mache seit 9 Jahre Crossfit, dazu Joggen, Tennis und Radfahren.

Wie hast Du Dein Training in der Schwangerschaft angepasst (Scaling, Intensität, Coaching, medizinische Freigabe) – und wie hast Du Dich damit gefühlt?

Anfangs gar nicht, dann leichteres Gewicht als sonst, um nicht völlig erschöpft zu sein am Ende des Workouts. Nach der 1. Schwangerschaft war Springen (boxjumps/rope) eh noch kaum Thema, somit hab ich diese gar nicht erst weiter verfolgt, sondern mit Box Steps Ups bzw LineTaps ersetzt. Mit zunehmendem Bauch die Core-Übungen zuerst auf banded-deadbugs und hinterher auf birddogs oder statisches wie Plank skaliert. Hang-Übungen auf Ringrows reduziert. Statt Burpees, Updowns auf den Stepper. Zum Schluss statt Rudern nur noch das Bike. Die Frauenärztin sagte jeweils, dass Sport sehr gut sei und bestimmt zu diesem reichlichen Fruchtwasser führte. Ich solle nur nichts machen, was ich vorher nicht auch gemacht hab, bzw jetzt nicht mehr Gewicht als vorher bewegen. Hab mich immer wohl gefühlt und tagesform-abhängig die Intensität gesteuert.

Was hat während der Schwangerschaft besonders gut funktioniert (z. B. bestimmte Workouts, Atemtechnik, Mobility, Coach-Tipps)?

Das reine Gewichtheben - hier musste man kaum bis nichts verändern. Ein gutes Warmup/ extra Dehnen alla Lothain oder Niklas war sehr angenehm und darüber hinaus auch für die Schwangerschaft hilfreich.

Was war herausfordernd (z. B. Übelkeit, Beckenboden, Rücken, Müdigkeit, Motivation) – und wie bist Du damit umgegangen?

Im 1. Trimester Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Der regelmäßige Sport - stumpf nach Kalender, war da immer ein Highlight und ein Stimmungsaufheller.

Wie sah Dein Wiedereinstieg nach der Geburt aus (Freigabe, Progression, Core/Beckenboden-Fokus, Schlaf/Stress-Management, Community-Support) – und welcher Tipp hilft anderen Müttern am meisten?

Zunächst Rückbildung (Cf Duisburg) und das Mummy-Programm von Mary - CF Neuss. Nach 6 Monaten dann wieder normales Crossfit. Auch hier hilft es, ‘einfach’ durchzuziehen und trotz aller Umstände regelmäßig zu gehen - es spielt sich dann schnell ein. Übungen zunächst angepasst (Core/Springen), aber dann nach Gefühl rantasten.

Was würdest Du anderen Frauen raten, die verunsichert sind, ob sie während der Schwangerschaft weiter Sport treiben sollen, oder nicht?

Die körperliche Belastung hört mit dem Ende der Schwangerschaft nicht auf - im Gegenteil. Man sollte die 9 Monate nutzen, mit wachsendem Baby auch seine Kraft mit diesem Zusatzgewicht zu steigern. Denn danach trägt man es nicht mehr schön kompakt vor sich, sondern recht schnell strampelnd auf dem einen Arm, während man mit dem anderen kocht oder Einkäufe trägt. Fehlhaltung und Rückenschmerzen sind somit vorprogrammiert. Die Geburt selbst erfordert ebenso eine gewisse Kraft und Ausdauer, wofür ein gutes Mindset, durch zuvor erfolgreich gemeisterte Workouts oder Lifts, sehr hilfreich ist. Und ein weiterer wichtiger Punkt, ist die Gewissheit über den eigenen Körper und die positiven Einflüsse auf das Wohlbefinden/Stimmung, die eine sportliche Me-Time mit sich bringt.

Welchen Rat hast Du für Frauen, die nach der Geburt wieder ins Training einsteigen wollen?

Gute Beratung (Coach/Hebamme), langsam steigern, aber früh anfangen, den Körper wahrzunehmen und richtig zu aktivieren/anzusteuern. Zudem find ich eine Mischung aus klassischer Rückbildung (besseres Verständnis fuer den Beckenboden) und einer Art CF-Rückbildung sinnvoll.

Hinweis: Das ist Christinas persönliche Erfahrung und ersetzt keine medizinische Beratung. 

Mehr inspirierende Geschichten findest Du in unseren Member Stories. Wenn Du Fragen zum Einstieg oder zu individuellen Anpassungen hast, sprich uns im Coaching an – wir unterstützen Dich. Bitte wende dich zum Thema Prä- und Postpartales Training an Vanessa.